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Das Übel eines Neiders, wenn er neidet
#1
„Hütet euch vor Neid, denn es verbrennt die guten Taten, wie das Feuer das Holz.“ (Abû Dâwûd)

Der Begriff „Hasad“, also Neid, wird genauer mit „zerstörerischem Neid“ übersetzt. Er ist eine der schlimmsten Formen der Missgunst, da er zu unmoralischen Gedanken und Handlungen führen kann. Neid oder auch Eifersucht oder Missgunst genannt, ist eine Eigenschaft, die schwierig aus dem Herzen zu lösen ist. Jemand, der Neid empfindet, hält es nur schwer aus, wenn anderen etwas Gutes widerfährt oder es ihnen besser geht, als einem selbst. Der neidische Mensch ist quasi blind für die eigenen Vorzüge und besonderen Eigenschaften. Der Prophet Muhammad (saw) empfiehlt, sich vor dieser Eigenschaft zu hüten und beteuert erst wahrhaftig gläubig zu sein, wenn man seinen Geschwistern das wünscht, was man sich auch selbst wünscht.

Neid (hasad) ist, wie gesagt, dass man sich wünscht, dass demjenigen, den man beneidet, das, was er an Gutem von Allah bekommen hat, abhanden kommt. Dies ist verboten (haram), da man quasi nicht zufrieden mit der Entscheidung Allahs ist. Wenn man sich jedoch wünscht das gleiche zu haben, ohne dass man sich wünscht, dass dieses Gute dem anderen weggenommen wird, so nennt man dies auf Arabisch ghibta. Dies ist im Islam erlaubt. Manchmal wird für diese nicht schädliche Art des Verhaltens auch das Wort Neid (hasad) verwendet. Im folgenden Hadith wird jedoch diese ghibta auf Dinge eingeschränkt, die fürs Jenseits nützlich sind:

Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs (sallalahu ´alaihi wa sallam) sagte:

„Es soll keinen Neid geben außer bezüglich zwei Dingen:

Ein Mann, dem Allah den Koran gelehrt hat, und der ihn tagsüber und nachts liest. Da hörte ihn sein Nachbar und sagte: „Hätte ich doch auch das bekommen, was diese Person bekommen hat, dann würde ich das gleiche wie er tun“

Ein Mann, dem Allah Geld gegeben hat, und der es für das Rechte(gänzlich) ausgibt. Da sagte ein Mann: „Hätte ich doch auch das bekommen, was diese Person bekommen hat, dann würde ich das gleiche wie er tun“.“ (Buchari)

Qais berichtet von Abdullah, dass der Gesandte Allahs (sallalahu ´alaihi wa sallam) gesagt hat:

„Es soll keinen Neid geben außer bezüglich zwei Dingen: Ein Mann, dem Allah Geld gegeben hat, und ihn dann das Geld im Rechten (gänzlich) ausgeben lässt und ein anderer Mann, dem Allah Weisheit gegeben hat, und der mit dieser Weisheit richtet und sie anderen Leuten lehrt“. ( Buchari Muslim)

Was das angeht, dass man sich etwas Irdisches wünscht, was ein anderer hat, ohne dass man sich wünscht, dass der andere es nicht mehr hat – wie z.B. ein schönes Auto, ein schönes Haus, eine sehr schöne Ehefrau oder Ähnliches, so ist Folgendes dazu zu sagen: Es ist nicht verboten, solange es sich um erlaubte Dinge handelt. Allerdings hat ein richtiger Mu’min als vornehmliches Ziel das Jenseits vor Augen. Die diesseitigen Gaben nimmt er lediglich als Hilfe für sein eigentliches Ziel und genießt von den erlaubten Dingen zum Ausruhen. Ansonsten konzentriert er sich auf das Verrichten von guten Taten. D.h. es hilft ihm nicht wirklich bei seinem eigentlichen Ziel, wenn er durch den Genuss von irdischen Gütern abgelenkt wird, sobald es über das Maß geht, was man seinem Ego an Recht geben muss, um eine ausgeglichene Persönlichkeit zu haben.

Alqama Ibn Abdullah sagte: „Der Gesandte Allahs (sallalahu ´alaihi wa sallam) schlief auf einer Matte.Dann stand er auf und sie hatte auf seiner Seite Spuren hinterlassen. Da sagten wir: ‘Oh Gesandter Allahs! Wie wäre es, wenn wir dir ein Bett bringen würden?’ Er sagte daraufhin: ‘Was bedeutet mir schon das irdische Leben? Ich bin in diesem Leben nur wie ein Reisender (wörtl. einer auf einem Reisegefährt), der unter einem Baum Schatten sucht. Danach geht er wieder weg und verlässt ihn.’ Tirmidhi (2377). Albani und Al-Basjuni erklärten den Hadith für gesund (sahih). Tirmidhi selbst sagte, dass der Hadith gut gesund (hasan sahih) ist.

„Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs (sallalahu ´alaihi wa sallam) gesagt hat: „Beneidet nicht einander und überbietet (einander beim Handel) nicht! Hasst nicht einander! Wendet euch nicht voneinander ab! Unterbietet einander nicht (beim Kauf), sondern seid im Dienste Allahs Brüder! Ein Muslim ist der Bruder jedes Muslims: Er fügt ihm kein Unrecht zu, er verachtet ihn nicht und er lässt ihn nicht im Stich. Die Gottesfurcht (arab. taqwa) ist hier (im Herzen).“ Dabei zeigte er dreimal auf seine Brust. „Es ist schlimm genug, wenn jemand seinen muslimischen Bruder verachtet. Blut, Besitz und Ehre eines jeden Muslims sind für einen anderen Muslim verboten (arab. haram)“.

Wie heilt man sein Herz von der Krankheit bzw. von Ansätzen des Neids?

Dem Wunsch – und dem entsprechende Handeln in Wort und Tat –, dass ein anderer weniger hat, kann man durch folgende Maßnahmen begegnen:

Indem man sich die Nichtigkeit des irdischen Lebens vor Augen führt

Indem man sich mit den Entscheidungen Allahs zufrieden gibt

Falls es darum geht, dass ein anderer z.B. intelligenter ist und mehr Wissen über den Islam hat, dann muss man sich immer bewusst sein, dass vor Allah einzig die richtige Absicht und der Einsatz zählt. Intelligenz an sich ist kein Vorzug bei Allah – der Teufel ist im Vergleich zu den übrigen Dschinnen mit hoher Intelligenz ausgestattet. Wenn jemand z.B. in der Schule oder in der Universität nicht so gute Leistungen wie ein anderer erbringt, aber im Gegensatz zu dem anderen die richtige Absicht beim Lernen hat und sich entsprechend seiner Möglichkeiten für Allah anstrengt, dann steht er viel besser vor Allah da als der, der zwar gute Noten hat, aber dies nicht für Allah getan hat und es ihm auch leicht fiel, da Allah ihm hohe Intelligenz gegeben hat. Das irdische Leben ist nur eine Prüfung und jeder Mensch wird mit dem geprüft, was Allah ihm an Intelligenz und anderen irdischen Dingen gegeben hat: ist er dankbar und setzt dies gottgefällig ein oder nicht?
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