Dschama’at at – Tabligh
Fragenummer: 0160
( Entnommen aus www.islam-qa.com - Frage Nr.: 8674 )
Übersetzt von Abu Bakr Abu ’Abdullah al – Almaani
Frage:
Was ist das Urteil bzgl. des Aufrufens zu den islamischen Pflichten muslimischer Geschwister für 40 Tage oder 4 Monate in verschiedenen Erdteilen?
Antwort:
Alles Lob gebührt Allah.
„Dschama’at at – Tabligh“ ist einer der Gruppierungen die für den Islaam arbeiten. Ihre Ergebnisse durch das Aufrufen zu Allah (D’awa) kann nicht geleugnet werden. Aber wie viele andere Gruppierungen machen sie einige
Fehler, und einige Punkte über sie sollten bemerkt werden. Diese Punkte können wie folgt zusammengefasst werden, wissend das Fehler in der Gruppe variieren können, abhängig von der Umgebung und Gesellschaft in der sie sich selbst befinden. In Gesellschaften in welchen Wissen und Gelehrte weit verbreitet sind und der Madhhab von Ahlal Sunna wal – Dschama’a weit verbreitet ist, sind die Fehler viel geringer; in anderen Gesellschaften sind die Fehler weitaus größer.
Einige ihrer Fehler sind:
1 - Das Nicht – Festhalten an der ’Aqidaa von Ahlal Sunna wal – Dschama’a. Dies ist klar ersichtlich aus den Verschiedenheiten in der ’Aqidaa von einigen ihrer Mitglieder und selbst einiger ihrer Führer.
2 - Sie schenken (zumeist) dem schar’i Wissen keine Beachtung.
3 - Ihre Fehlinterpretationen von einigen Qur’aan – Versen in einer Weise die von Allah nicht beabsichtigt war. Zum Beispiel interpretieren sie die Verse bzgl. Dschihaad so, als ob sie sich auf das „Rausgehen für D’awa“ beziehen. Die Verse die das Wort Churuudsch (rausgehen) etc. enthalten werden von ihnen interpretiert in der Bedeutung von Rausgehen für D’awa.
4 - Sie machen ihr System für das Rausgehen für D’awa als eine gottesdienstliche Handlung. So beginnen sie den Qur’aan falsch auszulegen um ihr System zu unterstützen, welches eine bestimmte Anzahl an Tagen und Monaten vorsieht. Dieses System, über welches sie denken das es auf Beweisen aus dem Qur’aan basiert, ist weit verbreitet unter ihnen in allen Ländern und Gegenden.
5 - Sie tun einige Dinge die gegen die Schari’a gehen, wie z.B. jemanden von ihnen zu bestimmen Bittgebet (Du’a) für sie zu machen während die Gruppe rausgeht um D’awa zu machen, und sie denken das ihr Erfolg oder Fehlschlagen abhängig davon ist, ob oder nicht, diese Person aufrichtig war und sein Du’a akzeptiert wurde.
6 - Schwache/Mangelhafte (d’aif) und erfundene (maudu’a) Ahadith sind weit verbreitet unter ihnen, und dies ist nicht angebracht für diejenigen die beabsichtigen die Leute zu Allah aufzurufen.
7 - Sie sprechen nicht von Munkaraat (schlechten Dingen), denkend dass es ausreichend ist das Gute zu gebieten. Deshalb finden wir das sie nicht über üble Dinge reden die weit verbreitet sind unter den Muslimen, selbst in dem Slogan von dieser Umma – welchen sie oft wiederholen, ist:
„Und es soll unter euch eine Gemeinschaft sein, die zum Guten (d.h. dem Islaam) aufruft, das Rechte (d.h. Tauhid und alles was der Islaam befiehlt zu tun) gebietet, und das Schlechte/Verwerfliche (Schirk, Kufr und alles was der Islaam verboten hat) verbietet. Und jene sind die Erfolgreichen.*“ ( Sura Aal –i– ’Imran (3) : 104 )
Die Erfolgreichen sind diejenigen die das Gute gebieten und das Schlechte verbieten, nicht bloß diejenigen die eines der beiden tun.
8 - Einige von ihnen verfallen in Selbstbewunderung und Arroganz, welches dazu führt, dass sie auf andere hinabschauen, und sogar auf die Gelehrten hinab zu schauen und sie als untätig und schlafend zu beschreiben, oder anzugeben. Folglich findest du sie darüber sprechen wie sie raus gingen und verreisten, und das sie dieses und jenes sahen, welches zu negativen Ergebnissen –wie wir erwähnt haben– führt.
9 - Sie bezeichnen das Herausgehen für D’awa besser als viele gottesdienstliche Handlungen, wie z.B. Dschihaad oder das Streben nach Wissen, obwohl diese Dinge obligatorische Pflichten sind, oder (zumindest) für einige Leute obligatorisch sein könnten und für andere nicht.
10 - Einige von ihnen erteilen wagemutig Fataawa, und diskutieren Tafsir und Hadith. Dies passiert da sie jedem von ihnen erlauben die Leute anzusprechen und ihnen zu erklären. Dies führt dazu, dass sie wagemutig über
Angelegenheiten der Schari’a sprechen. Folglich ist die zwangsläufige Rede von der Bedeutung eines Urteils, Hadith oder Aya wobei sie darüber noch nichts gelesen haben, oder irgendeinem der Gelehrten zugehört haben. Und einige von ihnen sind Neu – Muslime oder sind erst kürzlich zum Islaam zurückgekehrt.
11 - Einige von ihnen sind unachtsam in Bezug auf die Rechte von ihren Kindern und Ehefrauen. Wir haben die Wichtigkeit von dieser Angelegenheit in der Antwort der Frage 3.043 (der arabisch- oder englischsprachigen Seite von Islam-qa.com) diskutiert.
Deshalb erlauben die Gelehrten den Leuten nicht mit ihnen raus zu gehen, außer denjenigen die ihnen helfen wollen und die Fehler der sie verfallen sind zu korrigieren.
Wir sollten die Leute nicht allesamt von ihnen entfernen, vielmehr müssen wir versuchen ihre Fehler zu korrigieren und sie zu beraten, so dass ihre Ergebnisse fortfahren und sie richtig in Übereinstimmung mit Qur’aan und Sunna werden.
Es folgen einige Fataawa der Gelehrten bzgl. Dschama’a at – Tabligh:
a.) Scheich ’Abdulaziz ibn Baaz sagte:
„Dschama’a at – Tabligh hat kein gutes Verständnis in Angelegenheiten der ’Aqidaa, folglich ist es nicht zulässig mit ihnen raus zu gehen, außer für denjenigen der Wissen hat und das Verstehen der richtigen ’Aqidaa von Ahlal Sunna wal – Dschama’a, so dass er sie lenken und beratschlagen kann, und mit ihnen kooperiert im verrichten von Guten, da sie sehr aktiv sind, jedoch benötigen sie mehr Wissen und jemanden der sie lenken kann von denjenigen die Wissen über Tauhid und Sunna haben. Möge Allah uns alle mit dem richtigen Verständnis des Islaam segnen und möge Er uns standhaft machen daran festzuhalten.“
Madschmu’a Fataawa asch – Scheich Ibn Baaz (8/331)
b.) Scheich Saalih al – Fauzaan sagte:
„Das Rausgehen für die Sache Allah’s bezieht sich nicht auf die Art des Herausgehens was man heutzutage meint. Das Rausgehen für die Sache Allah’s bedeutet Herausgehen um zu kämpfen. Was sie mit Herausgehen
heutzutage meinen ist eine Bida’a (Erneuerung) die nicht von den Salaf überliefert wurde. Das Herausgehen um die Menschen zu Allah zu rufen darf nicht auf eine bestimmte Anzahl von Tagen begrenzt werden, vielmehr sollte man die Menschen zu Allah gemäß seiner Fähigkeit aufrufen, ohne dies auf eine Gruppe, oder für 40 Tage, oder mehr oder weniger als dies, zu begrenzen. Ebenso muss der Daa’ija Wissen haben. Es ist nicht zulässig für eine
Person die Leute zu Allah aufzurufen, wenn er unwissend ist. Allah sagt (sinngemäß):
„Sprich (O Muhammad): ‚Dies ist mein Weg. Ich lade zu Allah (d.h. zu Tauhid usw.) mit Einblick ein…’“ ( Sura Yusuf (12) : 108 )
Das bedeutet mit Wissen, da der Aufrufende wissen muss zu was er die Leute aufruft, (und) was verpflichtend (wadschib), erwünscht (mustahhab), verboten (haraam) und verpönt (makruh) ist. Er hat zu wissen was Schirk, Sünde, Kufr, Unmoral und Ungehorsam ist; er hat die Grenzen zu wissen das Schlechte anzuprangern und wie es zu tun ist. Die Weise des Herausgehens, dass die Leute davon abhält nach Wissen zu streben ist falsch, da das Streben nach Wissen eine Verpflichtung ist, und es kann nur erreicht werden durch lernen, nicht durch Inspiration. Dies ist eines der irreführenden Sufi – Mythen, da Handeln ohne Wissen Irreführung ist, und das Hoffen Wissen zu erlangen ohne lernen eine Illusion ist.“
Aus Thalaath Mihaadaraat fil - ‘Ilm wal – D’awa.
Und Allah weiß es am besten.
Islam Q & A.
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