Lese Lounge Fataawa Aqida Wie man sich vor dem bösen Blick schützt?

Wie man sich vor dem bösen Blick schützt?

Wie man sich vor dem bösen Blick schützt?

(Übersetzt von Umm Djumâna)


Frage:

In den letzten Jahren spürte ich, dass ich vom bösen Blick getroffen wurde. Alhamdullillâh, dass Allâh mir ein attraktives Äußeres gegeben hat, aber wissen Sie, ich möchte nicht, dass mein Leben deswegen durcheinander gerät. Wissen Sie, nicht alle Leute loben Allâh für die Dinge, sie bewundern, besonders die Kuffâr. Gibt es irgendeinen Weg, wie eine junge Frau sich vor dem bösen Blick schützen kann, ohne ihr Gesicht zu verschleiern? Kann das Tragen von qur’ânischen Versen einen vor dem bösen Blick schützen? Und wie ist es mit dem Tragen von Ketten und Armbändern in Form eines Auges oder einer Hand, weil ich hörte, dass sie einen beschützen können, und sind diese harâm? Mein Leben ist jetzt so viel besser als früher, denn vorher praktizierte ich den Islam nicht, obwohl ich immer Muslima war. Bedeutet dies also, dass, weil ich eine bessere Muslima bin, der böse Blick – falls ich das Unglück hatte, davon getroffen worden zu sein – von meiner Seele gewichen ist, oder muss ich Qur’ân über mich lesen lassen, damit er mich verlässt? Wie kann ich mich davor schützen, dass es noch einmal passiert?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allâh.

Sie müssen wissen, dass der Hijâb Pflicht ist und niemand das Recht hat, die Regeln auszuwählen, die er mag und diejenigen zu verwerfen, die er nicht mag, weil Allâh sagt (ungefähre Bedeutung):

O die ihr glaubt, tretet allesamt in den Islâm ein (indem ihr allen Regeln und Vorschriften der islamischen Religion Folge leistet) und folgt nicht den Fußstapfen des Satans! Er ist euch ja ein deutlicher Feind.“ [Al-Baqarah 2:208]

Ibn Kathîr sagte: „Allâh befiehlt Seinen gläubigen Dienern, sich an alle Regeln und Gesetze des Islâms zu halten, allen Vorschriften Folge zu leisten und alle Verbote zu beherzigen.“ (Tafsîr Ibn Kathîr, 1/566).

Den gläubigen Frauen ist es verboten, irgendetwas von ihrer Schönheit vor Nicht-Mahrams zu zeigen. Allâh sagt (ungefähre Bedeutung):

…Und ihren Schmuck nicht zur Schau tragen sollen – bis auf das, was davon sichtbar ist (wie beide Augen, um den Weg zu sehen oder die äußeren Handflächen oder ein Auge oder Kleidung wie Handschuhe, Kopfbedeckung, Umhang), und dass sie ihre Tücher um ihre Juyûbihinna (d.h. ihre Körper, Gesichter, Hälse und Brüste) schlagen und ihren Schmuck vor niemand (anderem) enthüllen sollen als vor ihren Gatten oder Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen (weibliche Sklavinnen), oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb mehr haben, und den Kindern, die der Blöße der Frauen keine Beachtung schenken. Und sie sollen ihre Füße nicht so (auf den Boden) stampfen, dass bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck verbergen. Und wendet euch allesamt reumütig Allâh zu, o ihr Gläubigen, auf dass ihr erfolgreich sein möget.“ [al-Nûr 24:31]

Der Gehorsam bzgl. Allâhs Befehls, den Hijâb zu befolgen, wird Sie mit der Erlaubnis Allâhs vor dem bösen Blick in dieser Welt schützen und vor der Strafe Allâhs im Jenseits bewahren.

In Bezug auf das Tragen von qur’ânischen Versen oder bestimmten Figuren berichtete Imam Ahmad in seinem Musnad von ‘Uqbah ibn ‘Amir (möge Allah mit ihm zufrieden sein), dass der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte: „Wer auch immer ein Amulett trägt, möge Allâh seine Bedürfnisse nicht erfüllen, und wer auch immer Muscheln trägt [als Schutz vor dem bösen Blick], möge Allâh ihn nicht beschützen.“ Gemäß einer anderen Überlieferung kam eine Gruppe zum Gesandten Allâhs (Frieden und Segen Allahs seien auf ihm) und er nahm die Bay’ah [Treueid] von neun von ihnen an, lehnte sie aber von einem ab. Sie sagten: „O Gesandter Allâhs, warum hast du die Bay’ah von neun angenommen und hast diesen Mann abgelehnt?“ Er sagte: „Wahrlich, er trägt ein Amulett.“ Dann nahm er es in seine Hand und zerbrach es, und der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) nahm seine Bay’ah an. Er sagte: „Wer auch immer ein Amulett trägt, hat Shirk begangen!“ (Aus Fatâwa al-‘Ayn wa‘l-Hasad, S. 277)

Hinsichtlich der Bewältigung des bösen Blicks und des Hasad (zerstörerischer Neid) gibt es keinen Zweifel, dass, wenn eine Person Allâh nah ist, indem sie sich immer an Ihn erinnert (Dhikr) und Qur’ân liest, so wird sie mit geringerer Wahrscheinlichkeit vom bösen Blick und anderen Arten des Schadens von den Teufeln der Menschheit und der Jinn beeinflusst werden. Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) pflegte, für sich selbst bei Allâh Zuflucht zu suchen, und die besten Mittel, nach Zuflucht zu suchen, die für den Muslim vorhanden sind, ist das Lesen des Buches Allâhs, vor allem die Mi’wadhatayn (die letzten zwei Sûras des Qur’an, al-Falaq und al-Nâs), Sûrat al- Fâtiha und Âyat al-Kursi [al-Baqara 2:255].

Unter den sahîh Du’â’s für die Zuflucht-Nahme, die vom Propheten (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) berichtet wurden, sind:

A’ûdhu bi kalimât Allâh al-tâmmâti min sharri mâ khalaq (Ich suche Zuflucht bei den vollkommenen Worten Allâhs vor dem Übel dessen, was Er erschaffen hat).“ (Berichtet von Muslim, al-Dhikr wa’l-Du’â’, 4881)

Es wurde berichtet, dass Ibn ‘Abbas (möge Allâh mit ihnen beiden zufrieden sein) sagte:

„Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) pflegte, für al-Hasan und al-Husayn bei Allâh Zuflucht zu suchen. Er sagte: ‚Euer Vater [d.h. Ibrâhîm] pflegte, mit folgenden Worten für Ismâ’îl und Ishâq Zuflucht bei Allâh zu suchen: A’ûdhu bi kalimât Allâh al-tâmmah min kulli shaytânin wa hâmmah wa min kulli ‘aynin lâmmah (Ich suche Zuflucht bei den vollkommenen Worten Allâhs vor jedem Teufel und jedem giftigen Reptil und vor jedem bösen Blick).’“ (Berichtet von al-Bukhâri, Ahâdîth al-Anbiyâ’, 3120)

Bezüglich der Bedeutung von lâmmah (hier mit “böse” übersetzt) sagte al-Khattâbi:

„Was hier gemeint ist, ist jede Krankheit oder Schaden, den eine Person erleiden kann, wie Irrsinn oder Geistesstörung.“

Es wurde von Abu Sa’îd berichtet, dass Jibrîl zum Propheten (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) kam und sagte: „O Muhammad, bist du krank?“ Er sagte: „Ja.“ Er sagte: „Bismillâhi arqîka min kulli shay’in yu’dhîka, min sharri kulli nafsin aw ‘aynin hâsid Allâhu yashfîk, bismillâhi arqîk (Im Namen Allâhs führe ich Ruqyah für dich durch, von allem, was dich verletzt, vom Übel jeder Seele oder bösem Blick möge Allâh Dich heilen, im Namen Allâhs führe ich Ruqyah für dich durch).“ (Berichtet von Muslim, al-Salâm, 4056)

Wenn eine Person darin beharrlich ist, die Adhkâr (Dhikr) am Morgen und am Abend zu rezitieren, und die Adhkâr vor dem Schlafengehen, so wird dies zweifellos eine große Wirkung darin haben, sie vor dem bösen Blick zu schützen, weil dies – mit Allâhs Erlaubnis – wie eine Festung für sie sein wird. Daher sollte sich jeder bemühen, diese Adhkâr zu rezitieren. Eines der besten Heilmittel ist die Anwendung von Ruqyah, die der Gesandte Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) für den Schutz vor dem bösen Blick erlaubte, und er wies die Leute an, sie anzuwenden.

Es wurde berichtet, dass ‘Â’isha (möge Allâh mit ihr zufrieden sein) sagte: „Der Gesandte Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) befahl mir, oder er befahl (den Leuten), Ruqyah anzuwenden, um sich von dem bösen Blick zu heilen.“ (Berichtet von al-Bukhâri, al-Tibb, 5297)

Und es wurde berichtet, dass ‘Â’isha (möge Allâh mit ihr zufrieden sein) sagte:

„Demjenigen, der den bösen Blick warf, wurde befohlen, Wudû’ zu vollziehen, und dann sollte sich derjenige, der davon getroffen wurde, (mit diesem Wasser) waschen.“ (Berichtet von Abu Dawûd, al-Tibb, 3382. Al-Albâni sagte in Sahîh Sunan Abi Dawûd, Nr. 3282: Sein Isnâd is sahîh.)

Dies sind einige der Du’â’s und Behandlungen, die – mit Allâhs Erlaubnis - Schutz vor dem bösen Blick und zerstörerischem Neid (Hasad) bieten. Wir bitten Allâh, uns davor zu beschützen.

Siehe Zad al-Ma’ad von Ibn al-Qayyim, 4/162.

Sheikh Muhammad Salih Al-Munajjid

Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 11359)
 
 
 
 
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