Können ahad Ahadith hinsichtlich der Aqida akzeptiert werden?
Frage:
Ich hörte jemanden sagen, dass die Aqida nicht durch ahad Ahadith bewiesen werden kann, denn sie basieren auf Wahrscheinlichkeiten und nicht auf Sicherheit. Wie lautet eure Antwort darauf?
Antwort:
Alles Lob gebührt Allah.
Unsere Antwort an denjenigen, der glaubt, dass die Aqida nicht durch ahad Ahadith bewiesen werden kann, weil diese auf Wahrscheinlichkeiten oder Vermutungen basieren, wobei die Aqida nicht auf Vermutungen basieren darf, lautet wie folgt: Diese Ansicht ist nicht korrekt, denn sie basiert auf etwas Falschem. Das aus verschiedenen Gründen:
- Die Vorstellung, dass ein ahad Hadith auf Wahrscheinlichkeiten basiert oder auf Spekulation, trifft nicht in allen Fällen zu; es gibt einige ahad Hadith, die auf Sicherheit basieren, wenn es unterstützende Beweise zu ihrer Bestätigung gibt, wie z.B. wenn die Umma sie akzeptiert. Ein Beispiel ist der Hadith von Umar Ibn al-Khattab (möge Allah mit ihm zufrieden sein): „Taten entsprechen ihren Absichten…“ Das ist ein ahad Hadith, doch trotzdem wissen wir, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) es sagte. Das wurde von Shaikh al-Islam Ibn Taymiyya, al-Hafidh, Ibn Hajar und anderen bestätigt.
- Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) pflegte einzelne Personen mit grundsätzlichen Lehren der Aqida, wie dem Zeugnis, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad Sein Gesandter ist, zu entsenden und die Tatsache, dass er sie entsandte, ist ein bindender Beweis. So sandte er beispielsweise Mu`adh in den Jemen und die Tatsache der Entsendung ist ein bindender Beweis für Leute des Jemen, dass sie verpflichtet waren, ihn zu akzeptieren.
- Wenn wir sagen, dass die Angelegenheiten der Aqida nicht auf der Basis von ahad Berichten bewiesen werden können, dann ist es möglich zu sagen, dass praktische Regeln nicht auf der Grundlage von ahad Berichten nachgewiesen werden können, denn praktische Regeln werden von der Überzeugung begleitet, dass Allah dies befahl und jenes verbot. Wenn diese Ansicht gebilligt würde, dann würden viele Regeln der Sharia ungültig werden. Wird eine solche Vorstellung zurückgewiesen, dann sollte die Ansicht, dass Aqida nicht durch ahad Berichte belegt werden kann, ebenfalls abgelehnt werden, denn es gibt keinen Unterschied zwischen diesen beiden Angelegenheiten, wie bereits erklärt wurde.
Zusammengefasst: Wenn eine ahad Überlieferung von unterstützenden Beweisen begleitet wird, welche ihre Richtigkeit anzeigen, dann wird sie Teil des Wissens und der praktischen Regeln und der Glaube wird darauf begründet. Es gibt nichts, um anzuzeigen, dass zwischen diesen beiden Angelegenheiten differenziert werden sollte. Jeder, der meint, dass irgendeiner der Imame dies tat, muss das mit einer sicheren Überlieferungskette von einem Imam beweisen und seine Beweisführung erläutern.
- Allah, erhaben ist Er, hat es demjenigen zur Pflicht gemacht, sich an die Leute des Wissens zu wenden, der keine Ahnung hat von einer der wichtigsten Angelegenheiten der Aqida, nämlich dem Prophetentum. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und Wir haben vor dir (o Muhammad) nur Männer (als Unsere Gesandte) gesandt, denen Wir (Offenbarungen) eingegeben haben (um den Menschen zu predigen und sie zum Glauben an Allahs Einheit einzuladen). So fragt (o Bewohner Makkas) die Leute der Ermahnung (der Schrift – der Tawra/Thora und des Injil/Evangeliums), wenn ihr (etwas) nicht wisst. (Wir haben sie gesandt) mit den klaren Beweisen und den Büchern der Weisheit.…“ [16:43-44] Das beinhaltet sowohl das Fragen nur einer Person als auch vieler.
Shaikh Muhammad Ibn Uthaimin (möge Allah ihm barmherzig sein) Fatawa al-Aqida, S. 18
Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 130918)
(Übersetzt von DieWahreReligion.de)


