Das Urteil über einen Vater, der seine Tochter daran hindert, den Mann zu heiraten, den sie möchte
Das Urteil über einen Vater, der seine Tochter daran hindert, den Mann zu heiraten, den sie möchte
Frage:
Einige Väter hindern ihre Töchter daran, denjenigen zu heiraten, der zu ihnen passt.
Wie lautet das Urteil diesbezüglich? Wie ist die Stellung der Tochter?
Antwort:
Diese Frage wurde an Sheikh Muhammad ibn ‘Uthaymîn (möge Allâh barmherzig mit ihm sein) weitergeleitet, der folgendermaßen antwortete:
Dies ist ein sehr ernstes Problem und eines der Hauptprobleme. Einige Männer – wir suchen Zuflucht bei Allâh – verraten Allâh und verraten das ihr Anvertraute und bereiten
ihren Töchtern Probleme. Der Vormund ist dazu verpflichtet, das zu tun, was Allâh und Seinem Gesandten (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) gefällt.
Allâh sagt:
(ungefähre Bedeutung):
وَأَنكِحُوا الْأَيَامَى مِنكُمْ وَالصَّالِحِينَ مِنْ عِبَادِكُمْ وَإِمَائِكُمْ إِن يَكُونُوا فُقَرَاء يُغْنِهِمُ اللَّهُ مِن فَضْلِهِ وَاللَّهُ وَاسِعٌ عَلِيمٌ
24.Und verheiratet diejenigen von euch, die ledig sind, und die guten unter euren Sklaven, männliche wie weibliche. Wenn sie arm sind, so wird Allah sie aus Seiner Fülle reich machen; denn Allah ist Allumfassend, Allwissend.
[al-Nûr 24:32]
verheiratet eure Töchter – „…und (verheiratet ebenso) die Sâlihûn (Rechtschaffene, Gesunde und Fähige) von euren Sklaven und euren Sklavinnen.“ [al-Nûr 24:32]
Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte: „Wenn jemand zu euch kommt (der um die Hand eurer Tochter anhält), dessen religiöse Praktizierung und Charakter zufriedenstellend sind, dann verheiratet (eure weiblichen Angehörigen unter eurer Vormundschaft) mit ihm, denn wenn ihr es nicht tut, dann wird Fitnah und großes Verderben auf der Erde entstehen.“
Einige Menschen – wir suchen Zuflucht bei Allâh – behandeln ihre Töchter wie Ware, die sie an jeden verkaufen können, den sie wollen, und sie halten sie davon ab, denjenigen zu heiraten, den sie selbst (d.h. die Väter bzw. Vormünder) nicht wollen. Und so verheiraten sie ihre Tochter mit einem Mann, dessen Charakter und religiöse Praktizierung nicht zufriedenstellend sind, weil sie nach ihren eigenen Launen gehen und sie davon abhalten, denjenigen zu heiraten, dessen Charakter und religiöse Praktizierung zufriedenstellend sind, weil es ihnen einfach nicht passt. Wenn wir nur das Niveau erreichen könnten, dass eine Frau, deren Vater sie davon abhält, jemanden zu heiraten, dessen Charakter und religiöse Praktizierung zufriedenstellend sind, zum Qâdi (Richter) ginge, damit er zu ihrem Vater spricht:
„Verheirate sie mit ihm, oder ich oder ein anderer Vormund als du wird es tun.“, da ein Mädchen dieses Recht hat, wenn ihr Vater sie davon abhält, jemanden zu heiraten (und sie sich beim Qâdi darüber beschwert). Dies ist ein fest in der Sharî’ah verankertes Recht. Könnten wir nur dieses Niveau erreichen, aber die meisten Mädchen hindert ihre Schüchternheit daran, dies zu tun.
Unser eindringlicher Rat an den Vater ist, Allâh zu fürchten und sie nicht von der Heirat abzuhalten, weil sie dies dazu veranlassen könnte, etwas Falsches zu tun, was zu Unheil führen könnte. Er soll sich einmal selber fragen, was geschehen wäre, wenn man ihn daran gehindert hätte, zu heiraten?
Seine Tochter, die er von der Heirat abhielt, wird am Tag der Wiederauferstehung seine
Gegnerin werden:
(ungefähre Bedeutung):
يَوْمَ يَفِرُّ الْمَرْءُ مِنْ أَخِيهِ
34."Am Tage, da der Mensch seinen Bruder fluchtartig verläßt
وَأُمِّهِ وَأَبِيهِ
35.sowie seine Mutter und seinen Vater
وَصَاحِبَتِهِ وَبَنِيهِ
36.und seine Frau und seine Söhne ,
لِكُلِّ امْرِئٍ مِّنْهُمْ يَوْمَئِذٍ شَأْنٌ يُغْنِيهِ
37.an jenem Tage wird jeder eigene Sorgen genug haben, die ihn beschäftigen."
[‘Abasa 80:34-37]
Die Vormünder – Väter und Brüder eingeschlossen – müssen Allâh fürchten und dürfen den Frauen nicht ihr Recht versagen, denjenigen zu heiraten, dessen religiöse Praktizierung und Charakter zufriedenstellend sind!
Ja, wenn eine Frau jemanden auserwählt, dessen religiöse Praktizierung und Charakter nicht zufriedenstellend sind, dann kann er (der Vater oder Vormund) sie daran hindern, ihn zu heiraten. Aber wenn sie einen rechtschaffenen Mann wählt, dessen religiöse Praktizierung und Charakter zufriedenstellend sind, und er hält sie dann aufgrund seiner eigenen Launen und Wünsche davon ab, ihn zu heiraten, dies ist harâm – bei Allâh – und es ist eine Sünde und ein Verrat. Wenn irgendein Unheil daraus resultiert, so wird die Sünde auf ihm (dem Vater) lasten.
Al-Liqa’ al-Shahri von Sheikh Muhammad Ibn Sâlih al-‘Uthaymîn
Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 10169)
(Übersetzt von Umm Djumâna – Muslima.de.ms)


