Den Namen "Allah" ohne Hinzufügung oder das Pronomen "Huwa" ("Er") zu wiederholen
Den Namen "Allah" ohne Hinzufügung oder das Pronomen "Huwa" ("Er") zu wiederholen, ist eine Bid'ah (Neuerung) aus dem Sufismus.
Frage:
Ist es schlecht, die Namen Allahs (swt) zu wiederholen, als Dhikr (Gedenken) oder etwas anderes?
Ich denke, "Astaghfirullah" ("Ich bitte Allah um Vergebung"), "SubhanAllah" ("Preis sei Allah") oder "Alhamdulillah" ("Lob sei Allah") zu sagen, ist in Ordnung.
Antwort:
Preis sei Allah.
Es gibt keinen Zweifel daran, dass es Bid'ah ist, den Namen "Allah" alleine zu erwähnen oder, sogar schlimmer, das Pronomen "Huwa" zu wiederholen. Sheikh al-Islam Ibn Taymiyah (möge Allah sich seiner erbarmen) sagte:
Der Name "Allah" ohne Hinzufügung, ob als Nomen (Allah) oder Pronomen (Er), ist weder ein kompletter Satz noch eine sinnvolle Aussage. Ihn auszusprechen hat nichts mit Glauben oder Unglauben, Geboten oder Verboten zu tun. Dies wurde von niemandem der frühen Generationen (Salaf) dieser Ummah getan und es wurde nicht vom Gesandten Allahs (Frieden und Allahs Segen auf Ihm) vorgeschrieben. Es bringt dem Herzen keinerlei Wissen und hat keinen Nutzen für es. Es ist lediglich ein unklarer Gedanke, der weder durch Verneinung noch durch Zustimmung umschrieben ist. Wenn kein vorhergehendes Wissen in dem Verstand eines Menschen ist, oder er in einem Geisteszustand ist, in dem er dadurch Nutzen tragen könnte, hat es überhaupt keinen Nutzen für ihn. Der Islam schreibt Gedenken vor, in dem Nutzen für das Herz liegt und von dem Nutzen für das Herz kommt, ohne jeglichen Bedarf an etwas anderem.
Einige derjenigen, die auf diese Art des Dhikr (Gedenkens) beharrten, endeten in verschiedenen Arten von Häresie (Andersgläubigkeit) und in Vorstellungen von „Wahdat al-wujuud“ (Pantheismus, Einigkeit von allem Existierenden), wie es woanders in Detail erklärt wurde.
Es wurde erwähnt, dass einer der Sheikhs sagte: „ Ich habe Angst, zwischen Verneinung und Zustimmung zu sterben“; dies ist jedoch kein Bespiel, dem man folgen sollte, denn es ist offensichtlich fehlerhaft. Würde ein Mensch in diesem Zustand sterben, würde er entsprechend seiner Absicht sterben, denn Taten werden nach den Absichten bewertet. Es wurde berichtet, dass der Prophet (Frieden und Allahs Segen auf Ihm) uns befohlen hat, die sterbende Person aufzufordern, „Laa ilaaha ill-Allah“ zu sagen, und er sagte: „Jeder, dessen letzte Worte ‚Laa ilaaha ill-Allah’ sind, wird das Paradies betreten.“ Wären diese Worte (Laa ilaaha ill-Allah) etwas, das Vorsicht erfordert, warum sollten wir die sterbende Person auffordern, etwas zu sagen, das, wenn sie inmitten des Satzes stirbt, zu einem unangemessenen Tod führt? Wäre dies der Fall, würde die Person aufgefordert werden, „Allah, Allah“ oder „Huwa, Huwa“ auszusprechen.
Des Weiteren ist das Erwähnen des Pronomens alleine aus der Sunnah entfernt und ein schlimmerer Fall von Bid’ah, der noch näher an der Irreleitung des Schaitaan liegt. Sagt ein Mensch „ Yaa Huwa, yaa Huwa“ („oh, Er, oh, Er“), oder „Huwa, Huwa“ (Er, Er) etc., so würde sich das Pronomen lediglich darauf beziehen, was auch immer sein Herz sich vorstellt, und Herzen können rechtgeleitet oder fehlgeleitet sein.
Manche Sheikhs nutzen folgende Aayah als Beweis, der das Aussprechen des Namens „Allah“ alleine unterstützen soll: (Übersetzung der Bedeutung)
„Sag: ‚Allah’. Sodann lasse sie mit ihren schweifenden Gesprächen ihr Spiel treiben.“ [al-An’aam, 6:91]
Sie denken, dass Allah seinem Propheten befahl, Seinen Namen ohne Hinzufügung auszusprechen, was laut den Gelehrten jedoch ein Fehler ist, denn die Bedeutung des Satzes „Sag: ‚Allah’“ ist die, das Allah (swt) es ist, der das Buch hinab gesandt hat, welches von Musa (Moses) überbracht wurde. „Sag: ‚Allah’“ ist die Antwort auf folgende Frage: (Übersetzung der Bedeutung)
„Sag: Wer sandte (denn) die Schrift herab, die Musa als Licht und Rechtleitung für die Menschen brachte, die ihr zu (beschriebenen) Blättern macht, die ihr offen (vor)zeigt, während ihr vieles verbergt, und (sag: von wem) wurde euch gelehrt, was ihr nicht wusstet, weder ihr noch eure Väter? Sag: (Von) Allah.“ [al-An’aam 6:91]
Das heißt, Allah (swt) ist derjenige, der das Buch, welches von Musa überbracht wurde, hinab gesandt hat. Es ist eine Widerlegung der Ansicht derjenigen, die sagen: „Allah hat nichts auf ein menschliches Wesen (als Offenbarung) herab gesandt“ [al-An’aam 6:91 – Übersetzung der Bedeutung]. Allah (swt) sagt: Wer sandte (denn) die Schrift herab, die Musa als Licht und Rechtleitung für die Menschen brachte? Dann sagt Er: Sag, Allah sandte sie herab; sodann lasse sie mit ihren schweifenden Gesprächen ihr Spiel treiben.
Was wir oben gesagt haben, wird weiter durch die Kommentare von Seebawayh und anderen Grammatikern erläutert, die sagten, dass wenn die Araber „qaala“ sagen (oder andere Formen von „sagen“), dann zitieren sie nicht wörtlich, sondern legen eher dar, was gesagt wurde, in der komplette Bedeutung. Daher geben sie dem „anna“ ein „kasrah“ (woraus dadurch ein „inna“ wird), nachdem sie „qaala“ sagen. „qaala“ kann nicht vor einem alleine dastehenden Nomen stehen. Allah (swt) befahl niemandem, seinen Namen ohne Hinzufügung zu erwähnen, und es ist den Muslimen nicht vorgeschrieben, dies zu tun. Seinen Namen alleine auszusprechen, steigert weder den Glauben, noch erklärt es etwas über die Religion, nach Übereinstimmung der Gelehrten im Islam. Es ist in keinem Akt der Verehrung vorgeschrieben und auch in keinem Fall, in dem Allah auf sie eingeht.
(Majmoo’ al-Fataawa, 10/226-229)
Und er (möge Allah sich seiner erbarmen) sagte auch:
Den Namen Allah ohne Hinzufügung zu wiederholen, wie „Allah, Allah“ oder das Pronomen „Huwa, Huwa“ zu sagen, ist weder im Qur’an noch in der Sunnah vorgeschrieben. Es wurde nicht berichtet, dass irgendjemand der Salaf (frühen Generationen) dieser Ummah, oder irgendeiner der rechtschaffenen Gelehrten, welche als Vorbilder genommen werden, dies getan hat. Es wird lediglich von irregeleiteten Menschen der späteren Generationen gesprochen.
Vielleicht folgen sie einem Sheikh, der diesbezüglich keine Kontrolle über sich hatte, wie al-Shubli, der, wie berichtet, „Allah, Allah“ zu sagen pflegte. Er wurde gefragt: „Warum sagst du nicht Laa ilaaha ill-Allah?“. Er sagte: „Ich habe Angst, zwischen Verneinung [„La ilaha“ („Es gibt keinen Gott“)] und Zustimmung [„ill-Allah“ („außer Allah“)] zu sterben.“
Dies ist einer der Fehler, die von al-Shubli gemacht wurden, welcher wegen der Ernsthaftigkeit seines Glaubens und der Stärke seiner Gefühle, welche ihn überwältigten, verziehen werden könnte. Manchmal wurde er verrückt und wurde ins Heim gebracht, und er rasierte seinen Bart ab. Es gibt andere Fälle dieser Art bei ihm, welche nicht als Vorbild genommen werden sollten, auch wenn er dafür entschuldigt oder belohnt wird. Wenn ein Mensch die Absicht hat, „La ilaha ill-Allah“ zu sagen, und er stirbt, bevor er den Satz beendet, wird es ihm keinen Schaden bringen, denn Taten werden nach den Absichten bewertet, und was er beabsichtigte zu tun wird für ihn niedergeschrieben.
Manche treiben es damit bis zum Exzess, und behaupten, den Namen „Allah“ zu sagen sei für die ‚Elite’ bestimmt, während „La ilaaha ill-Allah“ zu sagen den ‚Massen’ bestimmt sei. Manche sagen, „La ilaaha ill-Allah“ zu sagen sei für die Mu’miniin (Gläubigen), „Allah“ zu sagen sei für die ‚Aarifiin’ (Wissenden) und ‚Huwa’ zu sagen sei für die Muhaqqiqiin. Einer von ihnen könnte sich darauf beschränken, alleine oder in Versammlung zu sagen: „Allah, Allah, Allah“, oder „Huwa“, oder „Ya Huwa“, oder sogar „La Huwa illa Huwa“ („Es gibt keinen Er außer Er“)!
Einige derjenigen, die über spirituelle Anliegen geschrieben haben, haben ihre Zustimmung dafür ausgedrückt, indem sie einige bekannte Personen zitierten, die jedoch zu dem Zeitpunkt in einem Zustand überwältigender Emotionen waren, oder sie zitierten Meinungen, oder falsche Berichte; z.B. berichteten manche von ihnen, dass der Prophet (Frieden und Allahs Segen auf Ihm) Ali ibn Abi Taalib aufgefordert hat, „Allah, Allah, Allah“ zu sagen. Der Prophet (Frieden und Allahs Segen auf Ihm) sagte es dreimal, dann forderte er Ali auf es dreimal zu sagen, worauf dieser es dreimal sagte. Dieser Hadith ist erfunden (mawdoo’), in Übereinstimmung der Hadith-Gelehrten.
Es wurde berichtet, dass der Prophet (Frieden und Allahs Segen auf Ihm) die Menschen verschiedene Adhkaar (Gedenken) zu sagen lehrte, und das beste Dhikr (Gedenken) ist „La ilaaha ill-Allah“. Er mahnte seinen väterlichen Onkel Abu Taalib, dies zu sagen, als er starb. Er sagte: „Oh, Onkel, sag ‚Laa ilaaha ill-Allah’ und ich werde dich damit vor Allah verteidigen.“ Und er sagte: „Ich kenne ein Wort, welches niemand sagt, wenn er stirbt, aber seine Seele findet Ruhe in ihm.“ Und er sagte: „Jeder, dessen letzte Worte „Laa ilaaha, ill-Allah“ sind, der wird ins Paradies eingehen. Und er sagte: „Jeder, der im Wissen stirbt, dass es keinen Gott außer Allah gibt, der wird ins Paradies eingehen“. Und er sagte: „Mir wurde befohlen, die Menschen zu bekämpfen, bis sie bezeugen, dass es keinen Gott außer Allah gibt, und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist. Wenn sie dies tun, wird ihr Blut und ihr Vermögen sicher vor mir sein, außer was von ihnen erwartet wird (z.B. Zakaah, etc.), und ihre Rechnung ist bei Allah.“ Und es gibt viele ähnliche Ahaadith.
(Majmoo’ al-Fataawa, 10/556-558)
Wer den Qur’an und die Sunnah als Grundlage für seine Verehrung nimmt, der wird nicht darin scheitern, richtig von falsch zu unterscheiden. Wir bitten Allah, uns auf eine sanfte Weise zurück zu seiner Religion zu bringen. Und Allah weiß es am besten.
Islam Q&A
Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid


