Toleranz im Islam
Toleranz im Islam
Eine verkürzte Version des Vortrages von
Muhammad Marmaduke Pickthall
aus dem Jahre 1927
(Introduction Copyright © 1997 by Dr. A. Zahoor; Abridged Version Copyright © 1990 by Dr. Z. Haq)
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Einleitung
Muhammad Marmaduke Pickthall war Engländer, Orientalist und Muslim, der die Bedeutung des Heiligen Qur’an übersetzte. Seine Übersetzung wurde erstmalig 1930 veröffentlicht und er wurde in seinen Bemühungen von seiner Hoheit Nizam von Hyderabad (der Herrscher von Dekkan, in Südindien) unterstützt. Pickthall reiste ausgiebig in mehrere islamische Länder, wie Syrien, Palästina, Türkei, Ägypten, Arabien und Indien. Er verbrachte mehrere Jahre in Indien und tauschte sich mit den dortigen Muslimen aus.
Im Jahre 1927 hielt Pickthall nach Einladung des Ausschusses für „Madras Lectures on Islam“ im indischen Madras acht Vorträge über verschiedene Aspekte der Islamischen Zivilisation. Teile von Pickthalls Lesungen wurden in Indien zu verschiedenen Zeiten zur Verfügung gestellt. All seine Vorträge wurden 1961 unter dem Titel „The Cultural Side of Islam“ („Die kulturelle Seite des Islams“) veröffentlicht, von Sh. Muhammad Ashraf Publishers, Lahore, von einer Abschrift, die M.I. Jamal Moinuddin zur Verfügung stellte. Seitdem gab es mehrere Nachdrucke des Buches.
Eine verkürzte Version seiner fünften Lesung über die „Toleranz im Islam“ wird unten vorgestellt. Während seines langen Vortrags griff er häufig auf Zitate aus dem Heiligen Qur’an zurück, um viele Punkte hervorzuheben und seine Analysen und Folgerungen zu untermauern. Das Hauptthema seiner Lesung ist hier beibehalten. All seine acht Lesungen finden Nutzen von seinem riesigen Wissen über die islamische Geschichte, die westliche religiöse, politische und intellektuelle Geschichte über die Zeitalter hinweg, sowie die Gründe für deren Aufstieg und Niedergang. Seine Vorträge sind selbst heute sehr erleuchtend, analytisch nützlich und von hohem Wert.
Eine verkürzte Version von Pickthalls Vortrag
In den Augen der Geschichte ist religiöse Toleranz der stärkste Nachweis von Kultur bei einem Volk. Erst als die westlichen Nationen sich von ihrem religiösen Gesetz trennten, wurden sie toleranter, und erst als die Muslime von ihrem religiösen Gesetz abfielen, wurden ihre Toleranz und andere Belege von höchster Kultur schwächer. Vor dem Islam wurde Toleranz nie als ein essenzieller Teil der Religion gepredigt.
Hätte Europa damals soviel über den Islam gewusst, wie Muslime über die Christenheit, hätten diese wahnsinnigen, abenteuerlichen, bisweilen ritterlichen und heldenhaften, jedoch absolut fanatischen Ausbrüche, die als die Kreuzzüge bekannt sind, nicht stattfinden können, denn deren Grundlage war ein totales Missverständnis.
Unzählige Klöster, deren Reichtum an Schätzen auf einen Wert von nicht weniger als einhundert Millionen Sterling geschätzt wird, erfreuten sich der Zuwendung durch Freibriefe des heiligen Propheten Muhammad (sas) zu den Mönchen in Sinai und wurden auf religiöser Ebene von den Muslimen respektiert. Die verschiedenen christlichen Sekten wurden im Reichsrat von ihren Patriarchen repräsentiert, in den Provinz- und Bezirksräten von ihren Bischöfen und in den Dorfräten von ihren Priestern, deren Worte immer ohne Nachfrage akzeptiert wurden für Anliegen, die ausschließlich deren Gemeinde betrafen.
Die Toleranz im Islam war und ist etwas ohne Gegenstück in der Geschichte; weder Volksschicht, Rasse noch Hautfarbe stellen noch Hindernisse dar.
Einer der üblichsten Vorwürfe westlicher Autoren gegen den Islam in seiner Religion und seiner Geschichte ist, dass er intolerant sei. Dies ist nur ein hinterhältiger Versuch, die Fakten zu vertauschen, denn man sollte sich mehrerer Tatsachen bewusst sein: Man erinnere sich, dass nicht ein Leben eines Muslims in Spanien, Sizilien oder Apulien verschont wurde. Man erinnere sich, dass in Griechenland nach der großen Revolution von 1821 nicht ein Muslim am Leben gelassen und nicht eine Moschee stehen gelassen wurde. Man erinnere sich daran, wie die Muslime der Balkanhalbinsel, einst in der Mehrheit, systematisch mit der Zustimmung ganz Europas herabgesetzt wurden, wie die Christen unter islamischer Herrschaft in jüngster Zeit dazu gedrängt werden, gegen die Muslime zu rebellieren und sie zu massakrieren, und wie Zwangsmaßnahmen der letzteren als unangebracht verurteilt werden.
In Spanien unter den Umayyaden und in Bagdad unter den Abbasiden wurden Christen und Juden, gleichgestellt mit Muslimen, zu Schulen und Universitäten zugelassen. Außerdem wurden sie in Herbergen auf Staatskosten verpflegt und logiert. Nachdem die Mauren aus Spanien vertrieben wurden, wurden die Juden auf schreckliche Weise von den christlichen Eroberern verfolgt. Diejenigen, die so glücklich waren zu entkommen, flohen, manche nach Marokko und viele hunderte ins Türkische Reich, wo deren Nachfahren immer noch in separaten Gemeinschaften leben und unter sich noch eine veraltete Form des Spanischen sprechen. Das Muslimische Reich war eine Zuflucht für all jene, die vor Verfolgung durch die Inquisition flohen.
Bis zum Erscheinen der Enzyklopädien im achtzehnten Jahrhundert wussten die westlichen Christen nicht, was die Muslime glaubten, und interessierten sich auch nicht dafür. Der westliche Christ bemühte sich auch nicht zu erfahren, welche die Ansicht der östlichen Christen in Bezug auf sie war. Die christliche Kirche war schon zweigeteilt, und letztendlich kam es dazu, dass die östlichen Christen, wie Gibbon es zeigt, die muslimische Herrschaft bevorzugten, welche ihnen erlaubte, ihre eigene Form der Religion zu praktizieren und an ihren eigenen Dogmen festzuhalten, während die Herrschaft der Christen sie entweder zu Römischen Katholiken gemacht oder sie ausgelöscht hätte.
Die westlichen Christen bezeichneten die Muslime als Heiden, sogar als Götzenanbeter. Es gibt viele Bücher, in welchen behauptet wird, die Muslime würden eine Götze, genannt „Mahomet“ oder „Mahound“, anbeten, und in den Büchern über die Eroberung Granadas gibt es sogar Beschreibungen von monströsen Idolen, welche sie angeblich anbeteten. Die Muslime jedoch wussten, was das Christentum war, und in welchen Aspekten es sich vom Islam unterschied. Hätte Europa damals soviel über den Islam gewusst, wie die Muslime über die Christenheit, hätten diese wahnsinnigen, abenteuerlichen, bisweilen ritterlichen und heldenhaften, jedoch absolut fanatischen Ausbrüche, die als die Kreuzzüge bekannt sind, nicht stattfinden können, denn deren Grundlage war ein totales Missverständnis.
Ich zitiere einen gelehrten französischen Autor:
„Jeder christliche Dichter schätzte einen ‚Mohammedaner‘ als einen Ungläubigen ein, und als einen Götzendiener, und die Anzahl seiner Götter als drei. In Reihenfolge waren sie: ‚Mahomet‘ oder ‚Mahound‘ oder Mohammad, Opolane und Termogond. Es wurde gesagt, dass, als die Christen die ‚Mohammedaner‘ in Spanien überwältigten und sie bis zu den Toren von Saragossa trieben, die ‚Mohammedaner‘ zurück kamen und die Götzen zerstörten.“
„Ein christlicher Dichter dieser Zeit sagte, dass Opolane, der ‚Gott‘ der ‚Mohammedaner‘, welcher in einer Höhle aufbewahrt wurde, von den ‚Mohammedanern‘ furchtbar durchgeprügelt und missbraucht wurde. Sie hätten es ihn an Händen und Füßen gefesselt, an einer Säule gekreuzigt, ihn mit ihren Füßen getreten und durch das Schlagen mit Stöcken in Stücke zerbrochen. Er behauptet weiter, sie hätten ihren zweiten Gott ‚Mahound‘ in eine Grube geworfen und von Schweinen und Hunden in Stücke reißen lassen, und dass niemals sonst Götter so schändlich behandelt würden. Er sagt, die ‚Mohammedaner‘ bereuten ihre Sünden und setzen ihre Götter abermals für die gewöhnliche Anbetung ein, und dass als der Kaiser Charles nach Saragossa kam, er jede Moschee der Stadt durchsuchen lies und ‚Muhammad‘ und all ihre Götter mit Eisenhammern zerstören lies.“
Dies war die Art „Geschichte“, mit der der Pöbel im westlichen Europa für gewöhnlich gefüttert wurde. Dies waren die Ideen, die die Kreuzritter in ihren Angriffen auf die damals zivilisiertesten Völker inspirierten. Die Christenheit sah, anders als der Islam, die restliche Welt als ewig verdammt an. Es gab gute und weichherzige Menschen in der Christenheit, die dachten, es besagt, dass jedes Volk auf ewig verdammt sein sollte, und wünschten sie durch die einzig ihnen Bekannte Weise zu erretten – Die Konvertierung zum christlichen Glauben.
Erst als die westlichen Nationen sich von ihrem religiösen Gesetz trennten, wurden sie toleranter, und erst als die Muslime von ihrem religiösen Gesetz abfielen, wurden ihre Toleranz und andere Belege von höchster Kultur schwächer. Deshalb liegt der deutliche Unterschied dieser Anekdote nicht in Gebräuchen, sondern in der Religion. Schon lange hatte Toleranz hier und da in der Welt existiert, unter erleuchteten Individuen; jedoch waren diese Individuen immer gegen die vorherrschende Religion. Toleranz wurde als ‚unreligiös‘, sogar als Teil des Unglaubens angesehen. Vor dem Islam wurde sie nie als ein essenzieller Teil der Religion gepredigt.
Für die Muslime sind Judentum, Christentum und Islam drei Formen von nur einer Religion, welche in originaler Reinheit die Religion Abrahams war: Al-Islam, die vollkommene Gottergebenheit, sich vollkommen Gottes Willen unterwerfen, welches die Basis der Theokratie ist. Die Juden, in ihrer Religion, begrenzten Gottes Gnade nach Moses auf ihre auserwählte Nation und sahen Sein Königreich als die Oberherrschaft ihrer Rasse an.
Sogar Christus selbst, wie verschiedene seiner Aussprüche zeigen, erklärte, dass er nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt wurde und sah seine Mission scheinbar nur an die Hebräer gerichtet; und später sahen sich seine Nachfolger dazu autorisiert, das Evangelium den Heiden zu predigen. Diese Autorität kam Simon Petrus zu. Die Christen begrenzten Gottes Gnade auf diejenigen, die an bestimmte Lehrsätze glaubten. Jeder, der die Lehrsätze nicht einhalten konnte, war ein Ausgestoßener oder ein Schurke, den es zu verfolgen galt, um seiner Seele etwas Gutes zu tun. Nur im Islam ist offenkundig die wahre Natur von Gottes Königreich.
Nach den zwei Versen des Qur’an (2:255-256) gilt, wer die Majestät und Vorherrschaft Allahs (swt) erkennt, für den gibt es keinen Zwang im Glauben. Menschen wählen ihren Weg – Loyalität oder Opposition – und es ist genügend Bestrafung für diejenigen, die sich widersetzen, dass sie sich immer weiter und weiter von Licht der Wahrheit entfernen.
Was die Muslime nicht beachten, ist, dass dieses Gesetzt für unsere eigene Gemeinschaft genauso wie für die Leute außerhalb der Gemeinschaft gilt, die Gesetze Allahs sind allgemein gültig. Und die Intoleranz der Muslime gegenüber anderer Meinungen und Glauben ist Beweis dafür, dass sie selbst die Vorstellung von Allahs (swt) Majestät und Gnade vergessen haben, die der Qur’an ihnen zeigt.
Im Qur’an finde ich zwei Bedeutungen von „Kafir“ (Ungläubiger), welche zu einer werden in dem Moment, in dem wir versuchen, den heiligen Standpunkt zu erkennen. Der Kafir ist in erster Linie kein Anhänger irgendeiner Religion. Er ist der Gegner von Allahs (swt) gütigem Willen und Zweck für die Menschheit, also der, der nicht an die Wahrheit aller Religionen, aller Schriften als heilige Offenbarung glaubt, der sich aktiv aller Propheten (Friede sei mit ihnen allen) widersetzt, von welchen den Muslimen geboten ist, sie alle ohne Unterscheidung als Gesandte Allahs (swt) anzusehen.
Der Qur’an beansprucht für sich an mehreren Stellen, die Bestätigung der Wahrheit aller Religionen zu sein. Die früheren Schriften sind unklar geworden, die früheren Propheten wurden mythisch dargestellt. Die Legenden, welche über sie erzählt wurden, waren so überspannt, dass die Leute daran zweifelten, ob überhaupt etwas Wahres in den alten Schriften war, ob solche Menschen wie die Propheten überhaupt jemals existiert hatten. Hier – sagt der Qur’an – ist eine Schrift, an der kein Zweifel ist: Hier ist ein Prophet, der unter euch lebt und unter euch predigt. Ohne dieses Buch und diesen Propheten könnten die Menschen dafür entschuldigt werden zu sagen, dass Allahs (swt) Leitung für die Menschheit lediglich eine Fabel ist. Dieses Buch und dieser Prophet bestätigen deshalb die Wahrheit von alldem, was vor ihnen offenbart wurde, und diejenigen, welche nicht an diese Offenbarungen glauben, in dem sie die Existenz eines Propheten und einer Offenbarung verleugnen, sind wirklich Gegner der Vorstellung von Allahs (swt) Leitung, welche die Wahrheit aller offenbarten Religionen ist. Unser heiliger Prophet (sas) selbst sagte, dass der Begriff „Kafir“ für niemanden angewandt werden darf, der „Salam“ (Frieden) zu den Muslimen sagt. Die Kafirs, in Bezug auf den Qur’an, sind diejenigen aus jeder Glaubensgemeinschaft oder sonstiger Gemeinschaft, die bewusst Böses tun.
Ich habe eine lange Abschweifung unternommen, aber sie scheint mir notwendig zu sein, denn ich sehe viel Verwirrung sogar unter den Muslimen, was dieses Thema betrifft, was sich auf fehlerhaftes Studieren des Qur’ans und des Lebens des Propheten (sas) zurückführen lässt. Viele Muslime scheinen zu vergessen, dass der Prophet (sas) Verbündete unter den Götzendienern hatte, sogar nachdem der Islam in Arabien gesiegt hatte, und dass er „seinen Vertrag mit ihnen perfekt einhielt, für die gesamte Laufzeit des Vertrages“. Das rechtschaffene Verhalten der Muslime, nicht das Schwert, muss für die Konvertierung der Götzendiener verantwortlich gemacht werden, denn sie nahmen den Islam an, bevor ihr Vertrag auslief.
Dies zu den Götzendienern von Arabien, welche keine richtigen Glauben hatten, die den Lehren des Islams widersprachen, sondern nur Aberglauben. Sie riefen ihre lokalen Gottheiten an, um Hilfe in Kriegen zu bekommen, und vertrauten nur auf tierische Gewalt. Darin waren sie, um damit zu beginnen, den Muslimen enorm überlegen. Als die Muslime jedoch gewannen, waren sie bestürzt, und alle ihre Argumente, basierend auf der überlegenen Macht ihrer Gottheiten, wurden für immer widerlegt. Ihre Konvertierung folgte auf natürliche Weise. Auch mit dem Stursten unter ihnen war es nur eine Frage der Zeit.
Anders ging es mit den Menschen zu, die selbst eine ordentliche Religion hatten, den Leuten der Schrift, wie der Qur’an sie nennt. Die Leute, die die Offenbarung eines früheren Propheten empfangen hatten: Die Juden, die Christen und die Zoroastrier waren diejenigen, mit denen die Muslime sofort in Kontakt kamen. Die Haltung unseres Propheten (sas) ihnen gegenüber war voller Freundlichkeit. Der Freibrief, welchen er den christlichen Mönchen des Sinai gewährte, ist existent. Wenn man ihn liest, wird man sehen, dass er nicht nur guten Willen, sondern Liebe ausstrahlt. Er gab den Juden Medinas, solange sie ihm treu blieben, genau dieselbe Behandlung wie den Muslimen. Er war niemals aggressiv gegen irgendeinen Menschen oder eine Menschengattung; er hat keinen Menschen aufgrund seines Glaubens jemals bestraft, oder deshalb Krieg gegen irgendein Volk geführt, sondern nur wegen deren Verhalten.
Die Erzählung, in der der Prophet (sas) christliche und zoroastrische Besucher empfing, ist bekannt. Darin gibt es keine Spur religiöser Intoleranz. Man sollte sich daran erinnern, dass der Prophet (sas) die Leute der Schrift nicht bat, seine Anhänger zu werden. Dies ist von enormer Wichtigkeit, jedoch vergessen das viele Muslime. Er forderte sie lediglich dazu auf, das Königreich Allahs zu akzeptieren, die Priesterschaft abzuschaffen und ihre eigenen Religionen wiederherzustellen, sodass sie wieder ihre originale Reinheit erlangten. Die Frage, welche er in der Tat allen stellte, war folgende: „Seid ihr für das Königreich Gottes, welches uns alle einschließt, oder seid ihr für eure eigene Gemeinschaft und gegen den Rest der Menschheit?“ Der eine Weg ist offensichtlich der von Frieden und menschlichem Fortschritt, der andere ist der von Unfrieden, Unterdrückung und Unglück. Die meisten Herrscher in der Welt, zu denen er seine Botschaft schickte, behandelten diese Botschaft wie die eines frechen Emporkömmlings oder eines verrückten Fanatikers. Seine Abgesandten wurden grausam beleidigt, sogar erschlagen. Man frage sich, welchen Empfang dieselben Herrscher heute bereitet hätten, wo der ganze denkende Teil der Menschheit die Forderungen des Propheten akzeptiert, die Fesseln der Priesterschaft beseitigt und eine Vorstellung von menschlicher Brüderlichkeit entwickelt hat.
Aber obwohl die Christen, Juden und Zoroastrier seine Botschaft zurückgewiesen hatten, und deren Herrscher seine Abgesandten grausamst beleidigt hatten, verlor unser Prophet (sas) nie seine wohlwollende Haltung ihnen gegenüber als religiöse Gemeinschaften; was der schon erwähnte Freibrief an die Mönche von Sinai bezeugt. Und obwohl die Muslime in späteren Tagen weit weg von der Toleranz des heiligen Propheten waren, und manchmal Arroganz gegenüber Andersgläubigen zeigten, gaben sie den Juden und Christen immer eine besondere Behandlung. Gewiss sind die Gesetze für deren besondere Behandlung Teil der Scharia.
In den ersten Jahrhunderten der muslimischen Eroberung unterhielten die Kopten in Ägypten engste freundschaftliche Beziehungen mit den Muslimen, und ebenso heutzutage. In Syrien unterhielten die christlichen Gemeinschaften engste freundschaftliche Beziehungen zu den Muslimen, in den ersten Jahrhunderten muslimischer Eroberung, und ebenso heute. Sie bevorzugen die muslimische Vorherrschaft offen gegenüber ausländischem Joch…
Der Rückgang Spaniens geht auf die Vertreibung der Morisken zurück. San Fernando war wirklich weiser und patriotischer in seiner Toleranz zu den eroberten Sevilla, Murcia und Toledo als der spätere König, welcher unter der Erscheinung heiliger Kriegsführung Grenada einnahm, und die Inquisition ihren Willen an den Muslimen und den Juden ausführen lies. Die modernen Balkanstaaten und Griechenland wurden unter einem Fluch geboren. Man könnte in Zukunft sogar den Rückgang und die Verschlechterung von Europas Zivilisation auf den Tag zurückführen, an dem sogenannte zivilisierte Staatsmänner der unmenschlichen Politik des zaristischen Russlands zustimmten und sich dem rohen Fanatismus der russischen Kirche überließen.
In den Augen der Geschichte ist religiöse Toleranz der stärkste Nachweis von Kultur bei einem Volk, daran ist kein Zweifel. Wenn ein Muslim die Ruine des muslimischen Reichs betrachtet, welches durch die Vertreter jener belagert wurde, die die Muslime durch die Jahrhunderte hinweg toleriert und beschützt hatten, während Westeuropa es als seine religiöse Pflicht betrachtete, alle andersgläubigen Völker auszurotten oder gewaltsam zu konvertieren, lasst ihn nicht, lasst keinen Muslim, der dies betrachtet, denken, dass Toleranz eine Schwäche im Islam sei. Es ist die größte Stärke des Islams, denn es ist die Gesinnung der Wahrheit.
Allah (swt) ist nicht der Gott alleine für die Juden, die Christen oder die Muslime, genauso wie die Sonne nicht scheint und der Regen nicht fällt alleine für Juden, Christen oder Muslime.
swt: Subhanahu wa Ta’ala (Gepriesen und Erhaben ist Er.)
sas: Sallallahu alaihi wa sallam (Allahs Frieden und Segen auf Ihm.)
Und Allah (swt) weiß es am besten.
Die Wahrheit im Herzen


